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Dienstag, 19. April 2022

Sanfter Frühlingsregen und fallende Blüten

Still und entspannt sitzen, während man sich vorstellt, dass ein erfrischender, belebender, warmer Frühlingsregen von oben nach unten über den Körper nieselt und rieselt. Oder dass Blüten allenthalben langsam fallen und zu Boden schweben, während man den Spätfrühling unter Bäumen sitzend genießt. Dies ist eine Übung des stillen Sitzens, die Prof. Cong ihrer gesundheitlichen Wirkungen wegen hoch schätzte und immer wieder unterrichtete, als er 1988 zum ersten Mal nach Österreich kam.

Diese Übung steht ganz in der traditionellen Praxis des stillen Sitzens, in der es in erster Linie darum geht, sich tief zu entspannen und wohl zu fühlen, die Gedanken nicht zu beachten und den belebenden Fluss des Yang aus dem Yin entstehen zu lassen. Die warme innere Bewegung des Qi ist es, die dann zu tiefgreifenden positiven Wirkungen auf die Gesundheit führt.

Die Übung führt das Qi nach unten, sie ordnet es, nährt es und regeneriert es. Sie ist als hervorragende Ergänzung der bewegten Qigong-Übungen für jeden geeignet. Besonders empfehlenswert ist sie für diejenigen, die sich generell müde und erschöpft fühlen, die das Gefühl haben, dass ihnen alles zuviel ist, und auch für diejenigen, die sich in der Rekonvaleszenz nach einer Krankheit befinden.

Montag, 7. März 2022

Eine traditionelle Qigongübung zur Entspannung

Im heutigen Video zeige ich eine der Qigongübungen zur Entspannung, wie sie vom Qigong-Forschungsinstitut Shanghai zusammengestellt und extensiv in der klinischen Praxis zur Anwendung gebracht wurden.

Vorbereitung:

  • Die Hände auf den Unterbauch legen, ein, zwei Minuten ruhig ein- und ausatmen.
  • Mit den übereinandergelegten Händen langsam drei, sechs oder neun Kreise auf dem Bauch beschreiben, in beide Richtungen.
  • Mittels einiger großer Kreise (Öffnen, Heben, Schließen, Senken) den Atem regulieren und das Qi bis in die Füße sinken lassen.

Entspannungsübung:

  • Man verwendet die Ausatmung, die gedachten Silbe „sung" und die Konzentration auf die entsprechenden Körperbereiche, um zu entspannen und dem Qi zu freierer Bewegung zu verhelfen.
  • Die Körperbereiche sind: Kopf, Brust und oberer Rücken, Bauch und unterer Rücken, Arme, Beine.
  • Die Silbe „sung" wird je dreimal innerlich intoniert, mit der begleitenden Vorstellung, dass sich der entsprechende Körperbereich ausdehnt und weitet.
  • Danach ruhig ein paar Minuten lang auf das Dantian konzentrieren.
  • Den Speichel in der Vorstellung ins Dantian schlucken.

Abschluss:

  • Den Kopf ein paarmal nach links und rechts drehen. Einatmen, wenn der Kopf zur Seite gedreht wird, ausatmen, wenn der Kopf zurück nach vorne gedreht wird.
  • Die Daumen locker mit den anderen Fingern umgreifen und sechs- bis neunmal vor der Brust öffnen und schließen. Einatmen beim Öffnen, Ausatmen beim Schließen.
  • Die Daumen locker mit den anderen Fingern umgreifen und sechs- bis neunmal vor dem Körper „die Winde drehen".
  • Die Hände nach hinten führen und langsam über den unteren Rücken reiben, um das Nieren-Qi zu stärken.
  • Mittels einiger großer Kreise (Öffnen, Heben, Schließen, Senken) Atem und Qi regulieren. Die Hände schließlich auf das Dantian legen und das Qi zurückkehren lassen.
  • Ruhig auf das Dantian konzentrieren.
  • Den Speichel in der Vorstellung ins Dantian schlucken.


Sonntag, 27. Februar 2022

Die sich langsam ausbreitenden Wellen des Sees - eine Qigong-Übung zur Entspannung

Heute möchte ich noch einmal auf die Entspannungsübungen des Qigong zurückkommen, von denen ich ja letztes Jahr schon einige gepostet habe.

Mittels dieser heutigen Methode wird durch ein einfaches bewegtes Vorstellungsbild ein Gefühl der Gelöstheit und der Entspannung im ganzen Körper herbeigeführt, welches die Regulationsprozesse von Qi und Blut im ganzen Körper unterstützt. Wie schon die bisherigen wird auch diese Übung am Qigong-Forschungsinstitut Shanghai unterrichtet.

Die Übung kann in jeder Körperhaltung ausgeführt werden, im Stehen, Sitzen oder Liegen, und auch im Gehen. Es braucht auch keine spezielle Atmung, man atmet natürlich, durch die innere Ruhe wird sich die Atmung ohnehin vertiefen.

Beim Üben stellt man sich den Körper wie einen See vor, wobei das Dantian (d.h. der Bereich um den Nabel herum) bzw. das Tor des Lebens (Mingmen, hier ist der ganze Bereich um den 2. Lendenwirbel gemeint) die Mitte des Sees bilden.

Die Oberfläche des Sees wird von feinen Wellen gekräuselt. Diese breiten sich vom Dantian oder dem Mingmen aus kreisförmig aus, bis sie im ganzen Körper spürbar sind. Diese Entspannungswellen, die im Zentrum ihren Ursprung haben, gehen also allmählich nach außen, umfassen schließlich den ganzen Körper und führen damit zu einem sich immer noch weiter vertiefenden Gefühl der Lockerheit, Leichtigkeit, Weichheit und Entspannung.

Diese Vorstellung der sich vom Zentrum ausbreitenden Wellen wiederholt man einige Male, bis man das Gefühl hat, sich in einem äußerst angenehmen, ruhigen, wie schwebenden Zustand zu befinden.

Der konkrete Übungsablauf ist so:

Zuerst nimmt man eine bequeme Haltung ein, im entspannten Stehen, in einer aufrechten Sitzhaltung (man kann sich auch auf ein bequemes Sofa setzen, solange man so halbwegs aufrecht bleiben kann) oder im Liegen (auf dem Rücken, die Beine etwas geöffnet und die Arme seitlich neben dem Körper liegend). Oder man übt einfach im langsamen Gehen.

Man konzentriert sich auf die Atmung und lässt den Atem ein paar Minuten lang möglichst natürlich kommen und gehen. Dabei spürt man bewusst den sich einstellenden Zustand der Ruhe.

Dann stellt man sich den Körper als See vor. Das Wasser des Sees ist vollkommen transparent und klar, sodass man bis auf den Grund sehen kann. Man bleibt für eine Weile bei diesem Bild des Sees, und sieht dann mit dem inneren Blick, wie sich, von der Mitte des Sees (Dantian oder Mingmen) ausgehend, kleine Wellen zu erheben beginnen. Diese dehnen sich immer weiter aus, bis sie die ganze Oberfläche des Sees bedecken.

Je mehr sich die Wellen ausbreiten, desto mehr entsteht ein Gefühl des Lockerwerdens und Entspannens, und es vertieft sich immer mehr. Um dieses Gefühl geht es, man verweilt bei ihm für so lange, wie man möchte. Schläft man im Liegen ein, ist es auch gut.

Um die Übung abzuschließen, konzentriert man sich auf das Dantian und atmet absichtlich dreimal tief ein und aus.

Der Speichel, der beim Üben entstanden ist, wird schließlich hinuntergeschluckt und gedanklich ins Dantian gesandt. Abschließend die Hände reiben.

Die Übungen zur Harmonisierung von Atem und Qi - Abschluss und die ganze Folge zum Mitüben

Dies ist nun das abschließende Video mit allen Übungen der Folge zur Harmonisierung von Atem und Qi. Zuerst gehe ich detaillierter auf den A...