Heute möchte ich noch einmal auf die Entspannungsübungen des Qigong zurückkommen, von denen ich ja letztes Jahr schon einige gepostet habe.
Mittels dieser heutigen Methode wird durch ein einfaches bewegtes Vorstellungsbild ein Gefühl der Gelöstheit und der Entspannung im ganzen Körper herbeigeführt, welches die Regulationsprozesse von Qi und Blut im ganzen Körper unterstützt. Wie schon die bisherigen wird auch diese Übung am Qigong-Forschungsinstitut Shanghai unterrichtet.
Die Übung kann in jeder Körperhaltung ausgeführt werden, im Stehen, Sitzen oder Liegen, und auch im Gehen. Es braucht auch keine spezielle Atmung, man atmet natürlich, durch die innere Ruhe wird sich die Atmung ohnehin vertiefen.
Beim Üben stellt man sich den Körper wie einen See vor, wobei das Dantian (d.h. der Bereich um den Nabel herum) bzw. das Tor des Lebens (Mingmen, hier ist der ganze Bereich um den 2. Lendenwirbel gemeint) die Mitte des Sees bilden.
Die Oberfläche des Sees wird von feinen Wellen gekräuselt. Diese breiten sich vom Dantian oder dem Mingmen aus kreisförmig aus, bis sie im ganzen Körper spürbar sind. Diese Entspannungswellen, die im Zentrum ihren Ursprung haben, gehen also allmählich nach außen, umfassen schließlich den ganzen Körper und führen damit zu einem sich immer noch weiter vertiefenden Gefühl der Lockerheit, Leichtigkeit, Weichheit und Entspannung.
Diese Vorstellung der sich vom Zentrum ausbreitenden Wellen wiederholt man einige Male, bis man das Gefühl hat, sich in einem äußerst angenehmen, ruhigen, wie schwebenden Zustand zu befinden.
Der konkrete Übungsablauf ist so:
Zuerst nimmt man eine bequeme Haltung ein, im entspannten Stehen, in einer aufrechten Sitzhaltung (man kann sich auch auf ein bequemes Sofa setzen, solange man so halbwegs aufrecht bleiben kann) oder im Liegen (auf dem Rücken, die Beine etwas geöffnet und die Arme seitlich neben dem Körper liegend). Oder man übt einfach im langsamen Gehen.
Man konzentriert sich auf die Atmung und lässt den Atem ein paar Minuten lang möglichst natürlich kommen und gehen. Dabei spürt man bewusst den sich einstellenden Zustand der Ruhe.
Dann stellt man sich den Körper als See vor. Das Wasser des Sees ist vollkommen transparent und klar, sodass man bis auf den Grund sehen kann. Man bleibt für eine Weile bei diesem Bild des Sees, und sieht dann mit dem inneren Blick, wie sich, von der Mitte des Sees (Dantian oder Mingmen) ausgehend, kleine Wellen zu erheben beginnen. Diese dehnen sich immer weiter aus, bis sie die ganze Oberfläche des Sees bedecken.
Je mehr sich die Wellen ausbreiten, desto mehr entsteht ein Gefühl des Lockerwerdens und Entspannens, und es vertieft sich immer mehr. Um dieses Gefühl geht es, man verweilt bei ihm für so lange, wie man möchte. Schläft man im Liegen ein, ist es auch gut.
Um die Übung abzuschließen, konzentriert man sich auf das Dantian und atmet absichtlich dreimal tief ein und aus.
Der Speichel, der beim Üben entstanden ist, wird schließlich hinuntergeschluckt und gedanklich ins Dantian gesandt. Abschließend die Hände reiben.
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