Die chinesische Vision des Kosmos ist die eines organischen Ganzen, eines großen sinnvollen Zusammenhangs sich kontinuierlich entfaltender Kreativität. Philosophie, Ethik und Moral, Medizin, Politik und Kunst werden vor dem selben Hintergrund gedacht und verstanden, eben dem des Qi und dessen schöpferischer Entfaltung zu und in einem durch und durch lebendigen Universum. Das heißt natürlich, dass das Qi nicht nur durch Taiji, Qigong und Meditation wahrnehmbar und nicht nur durch Akupunktur, Massage und Kräuter beeinflussbar ist, auch im klaren Denken kommt es in seiner Schöpferkraft und Lebendigkeit im Ausdruck, in einem dem Mitmenschen zugewandten Handeln (Gutes Tun - ein Aspekt, der im Daoismus sehr stark betont wurde und wird), und auch in der Kunst, in Malerei, Musik, Tanz, Theater, Kalligraphie.
In diesem Zusammenhang möchte ich hier den Link zu einem wunderbaren Choralwerk auf den Blog stellen. Dabei handelt es sich um das Alte Buddhistische Gebet, komponiert von einem der Genies der Musikgeschichte, der mit nur 24 Jahren verstorbenen Lili Boulanger. Sie vollendete das Werk 1917 im Ersten Weltkrieg, ein Jahr vor ihrem Tod.
Das Gebet stammt aus dem Metta Sutta, dem Sutta der Güte (des Wohlwollens, der Freundlichkeit, des Mitgefühls), einem Lehrwerk aus dem Pali-Kanon des Buddhismus. Den Text des Sutta (in der Lili Boulanger zur Verfügung gestellten Übersetzung von Suzanne Karpelès) habe ich unter den YouTube-Link gestellt, so wie er gesungen wird in Französisch, und auch auf Deutsch und Englisch.
Dieses Gebet ist zeitlos und wird wohl zu aller Zeit gebraucht..
Vieille prière bouddhique
Que toute chose qui respire, sans ennemis, sans obstacles, surmontant la douleur et atteignant le bonheur, puisse se mouvoir librement, chacune dans la voie qui lui est destinée.
Que toutes les créatures et partout, tous les esprits et tous ceux qui sont nés, sans ennemis, sans obstacles, surmontant la douleur et atteignant le bonheur, puisse se mouvoir librement, chacun dans la voie qui lui est destinée.
Que toutes les femmes, que tous les hommes, les Aryens et les non Aryens, tous les dieux et tous les humains et ceux qui sont déchus, sans ennemis, sans obstacles, surmontant la douleur et atteignant le bonheur, puisse se mouvoir librement, chacun dans la voie qui lui est destinée.
En Orient et en Occident, au Nord et au Sud, que tous les êtres qui existent, sans ennemis, sans obstacles, surmontant la douleur et atteignant le bonheur, puisse se mouvoir librement, chacun dans la voie qui lui est destinée.
Altes Buddhistisches Gebet
Alles, was atmet, soll den Schmerz überwinden und Glückseligkeit erlangen, ohne Feinde, ohne jede Behinderung, und sich in Freiheit bewegen, ein jedes auf dem Weg, der ihm bestimmt.
Alle Geschöpfe von überall, alle Geister, und alle, die geboren wurden, sollen den Schmerz überwinden und Glückseligkeit erlangen, ohne Feinde, ohne jede Behinderung, und sich in Freiheit bewegen, ein jedes auf dem Weg, der ihm bestimmt.
Alle Frauen, alle Männer, alle Arier und Nicht-Arier, alle Götter und Menschen, und alle, die gefallen sind, sollen den Schmerz überwinden und Glückseligkeit erlangen, ohne Feinde, ohne jede Behinderung, und sich in Freiheit bewegen, ein jeder auf dem Weg, der ihm bestimmt.
In Orient und Okzident, im Norden und Süden sollen alle Wesen, die existieren, den Schmerz überwinden und Glückseligkeit erlangen, ohne Feinde, ohne jede Behinderung, und sich in Freiheit bewegen, ein jedes auf dem Weg, der ihm bestimmt.
Ancient Buddhist Prayer
All that breathes shall overcome pain without enemies, without obstacles, and attain happiness and move in freedom, each on the path for which it is destined.
All creatures from everywhere, all spirits and all those who have been born, shall overcome pain without enemies, without obstacles, and attain happiness and move in freedom, each on the path for which it is destined.
All women, all men, Aryans and non-Aryans alike, all gods and all humans, and all who are fallen shall overcome pain without enemies, without obstacles, and attain happiness and move in freedom, each on the path for which it is destined.
In Orient and the Occident, North and South, all beings who exist shall overcome pain without enemies, without obstacles, and attain happiness and move in freedom, each on the path for which it is destined.
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