Als Ergänzung zur Klopfmassage von zhongfu 中府 (Lu 1) und yunmen 雲門 (Lu 2), durch die das Qi der Lunge reguliert und das Qi der Mitte gestärkt werden kann, zeige ich heute eine einfache Übung zur Regulation des Atems und des Qi der Lunge.
Qigong-Übungen können analog zu Rezepturen der Chinesischen Medizin verstanden werden, die ihre spezifische Wirkung durch das Zusammenspiel verschiedener Kräuter und deren regulative Wirkung auf das Qi entfalten. Die "Rezepturen" des Qigong wirken ebenfalls durch das Zusammenspiel verschiedener Ingredienzen, nur tritt an die Stelle der Kräuter die Dreiheit von Bewegung (Körper), Atmung (Qi), Aufmerksamkeit/Vorstellung (Geist). Und wie in den Kräuterrezepturen, es geht immer um die regulierende Wirkung auf das Qi.
Die heutige Übung wirkt vor allem auf das Qi der Lunge, dem eine wichtige Rolle im Qi-Zusammenhang des Körpers zukommt.
Die Lungen bewegen das innere Qi. Darum versucht man, während des Übens ruhig und gleichmäßig zu atmen (und den Atem nicht zu vergessen).
Ein sehr spezifischer Aspekt des Lungen-Qi ist das weiqi 衛氣 (das Abwehr- oder Wächter-Qi), das den ganzen Körper wärmt, vor krankmachenden Einflüssen schützt, die Poren öffnet und schließt und die kontrollierte Ausscheidung von Schweiß fördert. Das Wei-Qi ist ein Teil der Qi-Immunabwehr (der andere ist das yingqi 營氣 im Körperinneren).
Durch die ruhige Atmung und die Stärkung des Lungen-Qi werden beide unterstützt, vor allem das an der Oberfläche zirkulierende weiqi.